Stimmungsvoll feiert das Sozialwissenschaftliche Gymnasium des Kolping-Bildungswerks seinen siebten Abitursjahrgang am 6. Juli in der Erlenbacher Sulmtalhalle.

Hinter dem Ortsschild gibt‘s ein anderes Leben, heißt es im ABI-Song der diesjährigen Abiturientinnen und Abiturienten. Und in der Tat ist jeder ABI-Ball aufs Neue der Moment, in dem man ein Ortsschild erreicht: Nach drei Jahren Schulzeit, nach drei Jahren, in denen man immer miteinander füreinander da war, geht an diesem Ortsschild ein langer, gemeinsamer Weg zu Ende. Dahinter warten die Kreuzungen, die Abzweigungen, die geraden Straßen, die Umwege. Und so ist der ABI-Ball für die Schülerinnen und Schüler immer auch der Moment, die Summe ihres Schullebens zu ziehen. Die lautete in diesem Jahr: ABI ergo sum. „Ich hab Abi, also bin ich.“ Frei nach dem französischen Philosophen René Descartes: Cogito ergo sum. Ich denke, also bin ich.

Und dass in den vergangenen drei Jahren Vieles und viel Gutes gedacht wurde, belegen die ebenso eindeutigen wie erfreulichen Zahlen: Die Jahrgangsstufe und die Abiturs-Prüfung „haben Sie mit Bravour gemeistert“, lobte Anja Biller die Schülerinnen und Schüler. Dies belege nicht nur der Gesamtdurchschnitt von 2,3. „Eine besondere Freude ist es für mich“, betonte sie, 12 Abiturienten mit der Übergabe eines Preises zu einer Eins vor dem Komma zu gratulieren. Weiteren 14 Abiturienten darf ich eine Belobigung überreichen. Das bedeutet, dass über 50 % der Abiturientinnen und Abiturienten das Abitur mit Auszeichnung bestanden haben.“

Stellvertretend für die beiden Abiturs-Klassen unternahmen Clara Kuder und Lucas Herrling in der diesjährigen Abiturientenrede einen Rückblick auf die vergangenen drei Jahre, der auf gleichermaßen amüsante wie nachdenkliche Weise vom gemeinsamen Schulalltag berichtete, der gemeinsam Erlebtes ebenso in das Gedächtnis aller Schülerinnen und Schüler rief wie gemeinsam Erlittenes, der die bewahrenswerten, kleinen Momente ganz bewusst neben die großen Fragen stellte, denen sich Schulabgängerinnen und Schulabgänger zu stellen haben: Was sie denn nun wollen, was sie denn nun sollen, wohin sie gehen und wonach sie streben werden, was sie lernen wollen, was nicht, was sie riskieren wollen, was nicht – um sich ihren eigenen Weg zu bahnen, um sich ihr eigenes Leben zu schaffen.

Sicher und unterhaltsam, mal komisch, mal selbstironisch moderierten Luise Moser und Lucas Herrling durch das abwechslungs- und umfangreiche Programm, das gegen Mitternacht in den beschließenden ABI-Song 2018 mündete: „Wir haben viel erlebt“, sangen die Abiturientinnen und Abiturienten auf der Bühne der Sulmtalhalle, „‘ne Geschichte, die uns ewig bleibt, und (…) die für hundert Leben reicht.“ Viel erlebt haben sie – und nun die Aufgabe, ihre eigene Geschichte zu schreiben. Nicht hundert Leben gilt es zu leben. Sondern nur das eine, eigene. Mutig. Kraftvoll.

(Holger Bäuerle)

Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung: E. Benz