Am 25. Juli 2020 feiert das Sozialwissenschaftliche Gymnasium des Kolping-Bildungswerks Heilbronn das Abitur seines neunten Jahrgangs. Unter ganz anderen und ganz besonderen Umständen erhielten die 49 Abiturientinnen und Abiturienten ihre Abiturzeugnisse überreicht.

Gleich zu Beginn ihrer Einführungsrede wies die Schulleiterin Anja Biller auf die besonderen und besonders schwierigen Umstände des Schuljahres 2020 hin – und damit auch auf die besondere Leistung der Abiturientinnen und Abiturienten: „Sie haben sich wahrhaftig allen Respekt verdient. Und vor allem haben gerade Sie es verdient, Ihr Abiturzeugnis in einem würdigen und wertschätzenden Rahmen überreicht zu bekommen.“ Und in der Tat: Das Abitur verschoben, wochenlange Ungewissheit, beinahe unvermeidlicher Spannungsabbau, Motivations- und Fokussierungsprobleme – mit allen Auswirkungen der Corona-Pandemie, des Lockdowns und der immer neuen Regulierungen musste dieser Jahrgang 2020 zurechtkommen – und tat es. Auf ebenso staunenswerte wie bravouröse Weise. Gar nicht hoch genug könne die Leistung der Abiturientinnen und Abiturienten veranschlagt werden, so Anja Biller. „60 % des Jahrgangs haben das Abitur 2020 mit einer Auszeichnung bestanden. 10 Belobigungen und 20 Preise darf ich in diesem Jahr überreichen. Der gesamte Jahrgang hat mit einem Durchschnitt von 2,1 abgeschlossen. Sie alle erhalten hier und heute Ihre Abitur-Zeugnisse. Ich bin sehr stolz auf diesen Jahrgang.“

Und so trafen sich die Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 2020 zu ihrer feierlichen Zeugnisübergabe im Festsaal von „Rauers guter Stube“ in Untereiseseim, unter anderen Voraussetzungen als in den Vorjahren, eingeschränkt durch die geltenden Regelungen – und trotzdem nicht minder feierlich. Mit jeweils zwei, natürlich stolzen und strahlenden Begleitpersonen, bekamen die 49 Abiturienten von Frau Biller ihre Zeugnisse überreicht – zwei Mal sogar die Traumnote von 1,0 für die beiden Jahrgangsbesten Saskia Feuerstein und Leonardo Padrini. In Ihrer Abiturientenrede verwies Saskia Feuerstein eindringlich nicht nur auf die besondere Leistung ihres Jahrgangs, sondern auch auf dessen besondere Verantwortung, sich aktiv und engagiert, beharrlich und klug einzubringen in den gesellschaftlichen Diskurs und die Probleme der Zeit. Mit ausgesprochen kreativen Geschenken bedankten sich die beiden Abitursklassen abschließend bei ihren Lehrkräften.

„Fernbleiben war das Neue, das Ungewohnte, das Paradoxe. Abstand halten und dennoch füreinander da sein ist unsere neue Realität,“ bündelte Anja Biller ein außergewöhnliches Schuljahr. „Ich wünsche uns allen, dass wir aus diesen verrückten Zeiten etwas in die Zukunft retten können, dass wir Verbindungen herstellen zwischen dem Heute und dem möglichen Morgen. Wir ändern die Zukunft nicht, indem wir Probleme aufblähen – wir ändern sie, indem wir sie neu denken.“